Lehrer-Magazin/sek

Foto: JÖZV
von Siegfried Weger, am 12.06.2019

Eine Alm ist kein Streichelzoo

Österreich, insbesondere der gebirgige Teil, ist Almenland. In einer Zeit, in der Almen oft als Ausflugsziel von Familienwanderungen und als Labstation für schweißtriefende Mountainbiker/innen erlebt werden, ist die ursprüngliche Bedeutung von Almwirtschaft nicht mehr jedem klar: Almen dienen zur Erweiterung der Futterfläche. Um das Heu der Täler für den Winter sparen zu können, war und ist es notwendig, das Vieh im Sommer in die Berge zu treiben. Und deshalb sind Almen in erster Linie für die Tiere da – für Kühe und Schafe. Aber seit einige Attacken von Kühen auf Wanderer vorgefallen sind, wird das Thema heftig diskutiert. Bauern fürchten um ihre Existenz, Wanderer um ihre Sicherheit.

Deshalb haben Organisationen wie der Alpenverein Österreich und die Landwirtschaftskammer Verhaltensregeln für den richtigen Umgang mit Weidevieh auf der Alm ausgearbeitet. JÖ fasst sie zusammen:

  • Regel 1: Tiere nicht füttern, Abstand halten!
  • Regel 2: Ruhig verhalten, Tiere nicht erschrecken.
  • Regel 3: Bei Mutterkühen mit Kälbern achtsam sein. Kälber niemals streicheln. Begegnung von Hunden und Mutterkühen vermeiden.
  • Regel 4: Hunde an der kurzen Leine führen. Wenn ein Angriff abzusehen ist, ihn sofort ableinen. Hunde sind schneller als Kühe.
  • Regel 5: Wanderwege nicht verlassen.
  • Regel 6: Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!
  • Regel 7: Nie von einer Kuh weglaufen. Langsam entfernen und ihr nicht den Rücken zukehren.
  • Regel 8: Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!
  • Regel 9: Zäune beachten; Tore nach dem Durchgang wieder verschließen.
  • Regel 10: Den arbeitenden Menschen, Tieren und der Natur mit Respekt begegnen.

Bei einem verantwortungsvollen Umgang mit Tier und Natur kann der Almausflug auch weiterhin stressfrei genossen werden.

Für den Unterricht
Beitrag in der Zeitschrift:

JÖ, Juli/August 2019, S. 16/17
Unterrichtsfächer:

BU, GW, D
ab der 5. Schulstufe