JÖ, Ausgabe September 2018

HELP Schüchtern – (k)ein Schicksal 18 18 TIPPS Suche dir Gleichgesinn- te! Wenn du in die neue Klasse kommst, schau dich bewusst um – bestimmt gibt es auch an- dere, die zögern, bevor sie sich einen Platz suchen. I Heft 1 • September 2018 Diese Tipps helfen dir deine Schüch­ ternheit zu überwinden: Der erste Tag in einer neuen Schule ist für jeden schwer. Schüch- terne leiden ganz be- sonders. Doch das muss nicht sein. Bald beginnt für Anna ein neu- er Lebensabschnitt. Sie kommt in die Neue Mittelschule und ist schon sehr nervös. Wie wird es ihr gehen mit all den neuen Mitschü- lern? Wird sie einen guten Platz in der Klasse bekommen? Am ers- ten Schultag spürt Anna, dass ihr ganz schön flau im Magen ist. „Oh Gott“, denkt sie sich, „hoffentlich fragt mich der Lehrer nichts.“ Ihre Stimme klingt zittrig. Anna weiß, dass sie sich so schlecht fühlt, weil sie ein bisschen schüchtern ist. Sie weiß nicht so viel über die- ses ungute Gefühl, nur, dass man es damit schwer hat im Leben. Dabei geht es ganz vielen Men- schen so wie Anna – egal ob Kin- dern oder Erwachsenen. Schüch- terne Kinder haben oft Angst, dass andere Menschen sie nicht so mö- gen, wie sie sind. Eine Ursache da- für: Man wurde sehr oft kritisiert. Das macht unsicher. Wirklich schüchtern? Viele Leute, die glauben, dass sie schüchtern sind, sind aber in Wirk- lichkeit etwas ganz anderes! Man nennt es „introvertiert“. Das be- deutet so viel wie „nach innenge- richtet“. Ein amerikanischer Säug- lingsforscher hat festgestellt, dass rund ein Viertel aller Babys, die auf die Welt kommen, von Geburt an etwas ruhiger sind. Sie könnten die Introvertierten sein. Später werden vielleicht Menschen wie Anna aus ihnen. Leute, die lieber zuerst zu- hören, bevor sie etwas sagen. Oder sich lieber in ein Buch vertiefen, als stundenlang mit anderen um die Häuser zu ziehen. Das Gegenteil sind übrigens die Extrovertierten. Du erkennst sie daran, dass sie zu- meist sehr gesellig sind und sich in größeren Gruppen sofort wohlfüh- len. Introvertiert und feinfühlig Übrigens sagen ganz viele berühm- te Hollywood-Schauspieler von sich, dass sie ursprünglich sehr int- rovertiert waren. Manche von ihnen sind vielleicht sogar genau deshalb Schauspieler geworden, um sich mehr zu trauen. Auch in Büchern und Filmen stößt du immer wieder auf introvertierte Hauptfiguren, die es mutig schaffen, ihren Weg zu gehen. Das, was du vielleicht als „schlecht“ oder „lästig“ erlebst, ist nämlich auch eine besondere Gabe. Vielleicht hörst du genauer dar- auf, was andere brauchen oder du bemerkst Kleinigkeiten, wenn du dir ein Bild ansiehst, oder du vertiefst dich intensiver in ein Buch. Das alles ist typisch für Introvertierte. Richte deinen Blick eher nach au- ßen, anstatt deinen „Angstgedan- ken“ nachzuhängen. Lenk dich ab und nimm dir bewusst vor, wor- auf du schauen willst: Wer ist der Größte, wer der Kleinste, wer der Lustigste? Achte gut auf deinen Körper. Schüchterne neigen dazu, sich „einzuigeln“. Atme tief durch, spü- re den Boden unter deinen Füßen! Schüchterne helfen sich oft damit, so zu tun, als wären sie gar nicht schüchtern. Im Englischen nennt man diese Taktik: „Fake it till you make it!“ Das heißt: Spiel zuerst eine Rolle. Also spiel einfach die Selbstsichere oder den Selbstsicheren – bis du es wirklich bist. www.lehrerservice.at

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